Aller Anfang

Oftmals im Leben ist es so, dass man sich doch wundert, wie man dort gelandet ist, wo man im Augenblick steht. So auch bei mir. Sprecher zu werden war nicht der ursprüngliche Plan. Und dennoch kam es so. Doch wie hat mich der Weg hierher geführt? Darauf möchte ich in diesem Beitrag ein Stück weit eingehen und auch unterstreichen, was man daraus lernen kann.

Ich mache Musik, seit ich ein Teenager war. Im Grunde noch viel länger, denn schon auf Kinderbildern von mir sieht man, wie ich mit Spielzeuggitarre und Fake-Mikrofonen hantiere und eine Playback-Performance nach der anderen abziehe. Aber so richtig musikziert, mal abgesehen vom obligatorischen Grundschul-Blockflöten-Desaster, habe ich erst mit vierzehn oder fünfzehn Jahren. Ich denke Stein des Anstoßes war das erste Lauschen zu den Klängen von Bruce Springsteens „Born in the U.S.A.“. Ab dem Zeitpunkt war mir irgendwie klar: Ich will eine Gitarre in der Hand halten. Ich will Rockstar werden. Nicht lange danach stand ich in einer neu eröffneten kleinen Musikschule miner Heimatstadt und ich lernte unter Schmerzen den ersten C-Dur-Akkord auf einer geliehenen Konzert-Gitarre eines Freundes, der seine Flinte schon wieder ins Korn geworfen hatte.

In etwa ein Jahr später fand ich Anschluss an meine erste Band. „Tantrum“ (Wutanfall) gab bei Schulkonzerten und kleineren Partys im erweiterten Freundeskreis allerhand Hard-Rock zum Besten. Schon damals waren da auch die ersten selbstgeschriebenen Stücke dabei. In Englisch, versteht sich. Alles andere wäre uncool gewesen. Jeden Freitag wurde geprobt und dabei Ohren und Stimmbänder bis zum Äußersten beansprucht. Gesund war das nicht, aber wir waren Rockstars – zumindest im Dorf, denn das hörte mit, ob es nun wollte oder nicht.

Musikalisch und stimmlich war das jetzt nicht das non-plus-ultra – wie auch. Das kam erst einige Zeit später in die Gänge, aber dennoch waren das die ersten Bühnenerfahrungen, die wirklich unvergesslich bleiben werden. Das erste Mal im Scheinwerfer zu stehen, an das Mikrofon zu treten, den Monitorsound ins Gesicht geblasen zu bekommen und einfach mal der Energie freien Lauf zu lassen. It goes to eleven!

Irgendwann kam dann das Thema Schulchor, weil dafür gute Noten ins Abiturzeugnis eingebracht werden konnten. Und das hatte ich schon bitter nötig, um einen halbwegs akzeptablen Schnitt hinzubekommen. Dass danach später nie wieder jemand fragen würde und ich heute nicht mal mehr mit Sicherheit weiß, was am Ende rauskam – geschenkt. Ich war im Schulchor und durfte zum ersten Mal halbwegs ordentlich nach Noten und mehrstimmig singen und stellte fest, dass das etwas war, was ich konnte. Zu wissen, das kann ich und das will auch jemand hören und es gefällt nicht nur mir selbst, war ein echtes Wow-Gefühl. Aus diesem Schulchor erwuchs dann etwas später noch ein kleiner Gospel-Chor, bestehend aus 10-12 Leuten, der noch weit über die Schulzeit hinaus zusammen singen durfte. Überwiegend gestalteten wir Hochzeiten, Geburtstage und Weihnachtsfeiern. Dort war dann auch das erste Mal etwas Geld im Spiel, wenn natürlich auch keine Unsummen, aber an sich war das schon halbwegs an dem Punkt, wo sich das Hobby ein Stück weit gegenfinanzierte. Und man hatte immer wieder einen guten Grund, aus den Studien- und Ausbildungsorten nach Hause zu fahren und sich mit Freunden zu treffen, mit denen man eine Leidenschaft teilte. Musik.

Und aus der Mitte dieses Chores entsprang dann auch die Band, die in meinem Leben bis heute und wohl auch bis zum Grande Finale ihren Platz haben wird. Denn sie hat den Weg für alles geebnet, was danach kam und im Grunde Nunwood Audio erst die Tür öffnete. Aber dazu in der nächsten Folge.

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